WhatsApp – whats that?

Es ist schon wirklich erstaunlich oder vielmehr bedenklich, dass eine „primitive“ App, die vor drei Jahren noch kaum jemand kannte, so viel Wirbel machen kann. Wo sind wir inzwischen eigentlich gelandet? Jedenfalls sehen wir seit dem aktuellen WhatsApp-Update ziemlich nackig aus und die globale Erderwärmung scheint wohl auch vor Smartphones keinen Halt zu machen.

WhatsApp in der Paartherapie

Durch sie sozialen Medien kommen Affären schneller ans Licht und Pornokonsumenten werden leichter enttarnt. Meist geschieht das durch einen dummen Zufall oder Unvorsichtigkeit. Denn ein normaler Mensch kann kaum so kompliziert denken, wie die Einfachheit der technischen Logik zu sein scheint.

Erwachsene Menschen  lassen sich zum Spielball machen und streiten sich ernsthaft darüber, wie das „korrekte“ Handling per Chat-App im partnerschaftlichen Miteinander auszusehen hat. Und schon sind wir mittendrin im Paar-Drama.

In meinem paartherapeutischen Arbeitsfeld sind die beachtlichen Auswirkungen der angeblich sozialen Apps schon lange nicht mehr wegzudiskutieren.

Verantwortung übernehmen

Menschen regen sich auf, weil wir angeblich immer transparenter werden und dennoch tun wir nichts dagegen, sondern unterstützen das Ganze noch munter drauflos. Denn wer heute nicht per WhatsApp erreichbar ist, zählt zu den Spaßbremsen im Leben. Nachdem Facebook das Unternehmen WhatsApp am Anfang des Jahres gekauft hat, dürfte es doch nicht wirklich verwundern, dass die schon lange umstrittenen und viel diskutierten „Facebook-Zwangs-Spielregeln“ unbemerkt und schleichend Update für Update immer mehr Einzug halten.

Nachdem Angenehmes auch Unangenehmes mit sich bringt, und um letzteres zu vermeiden, wollen wir unsere Beziehungspartner so erziehen, dass es uns trotz Facebook, WhatsApp und Konsorten immer schön gut geht. Aufkommende negative Gefühle, wenn der Partner nicht so zackig (um bei WhatsApp zu bleiben) antwortet, wollen wir nicht aushalten. Das sind in der Regel Gefühle wie Eifersucht, Verlassensängste oder sonstige Mangelgefühle. Wir schieben die Verantwortung daher gern von uns weg, zum Partner rüber, denn wenn dieser sich „richtig“ verhalten würde, hätten wir auch keine schlechten Gefühle. Oder, wenn gar nix mehr geht, dann sind eben die bedrohlichen sozialen Medien schuld.

Unsere wahre Herausforderung besteht jedoch darin, einen guten Umgang mit all diesen theoretisch lebenserleichternden Dingen zu lernen und ich habe das Gefühl, dass ich wohl nicht so bald arbeitslos werde;-).

Hier gehts zum Artikel „Haben Beziehungen jetzt einen WhatsApp-Haken?“

Hier geht’s zum Artikel „Ärger um die neue WhatsApp-App“

 

Foto: © Susu Amberger

 

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